Die individuelle Situation berücksichtigen
Als erstes hängt der Preis für den Umzug nach Deutschland von der individuellen wirtschaftlichen Lage des Arztes ab. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass sich der Umzug wirtschaftlich für jeden Arzt lohnt. Die Gehälter und Löhne von Ärzten in Deutschland sind gut und die Lebenshaltungskosten nicht übermäßig hoch, sodass sich die Kosten des Umzugs innerhalb eines angemessenen Zeitrahmens amortisieren.
Die Kosten im Blick behalten
Zweitens ist anzumerken, dass jeder Schritt des Umzugs nach Deutschland verschiedene Kosten mit sich bringt. Zunächst fallen die Kosten für das Erlernen der deutschen Sprache an. Ein Arzt, der nach Deutschland umziehen möchte, muss zuerst die Sprache lernen und mindestens das B1-Niveau erreichen. Dies kann durch die Anmeldung an einer der vielen Sprachschulen oder durch Privatunterricht bei einem spezialisierten Lehrer erfolgen. Heutzutage können die Kosten dabei durch Selbstlernen über die vielen verfügbaren Online-Ressourcen gesenkt werden.
Es fallen zudem Kosten für die Beschaffung, Übersetzung und Beglaubigung der notwendigen Dokumente, wie Studienabschlusszeugnis, Diplom und Berufslizenz aus dem Heimatland an. Anschließend müssen die Dokumente mit einem Antrag auf Anerkennung an das deutsche Anerkennungszentrum gesendet werden, was mit weiteren Kosten einhergeht. Hinzu kommen Kosten für die Beglaubigung der Dokumente durch die deutsche Botschaft im Heimatland des Arztes. Sollte keine deutsche Botschaft vorhanden sein, wird die Übersetzung durch einen vereidigten Übersetzer in Deutschland beglaubigt – es sei denn, das Anerkennungszentrum verlangt die Übersetzung der Dokumente ausschließlich in Deutschland.
Zusätzlich kommen die Kosten für die deutschen Sprachprüfungen hinzu. Der Arzt muss eine von den Botschaften anerkannte Deutschprüfung ablegen. Prüfungen von folgenden Anbietern werden akzeptiert: Goethe-Institut, telc GmbH, Österreichisches Sprachdiplom (ÖSD), TestDaF-Institut, ECL Prüfungszentrum.
Es ist zudem ein Nachweis dafür erforderlich, dass man in der Lage ist, die Lebenshaltungskosten in Deutschland für mindestens ein Jahr zu tragen. Dies wird durch einen Nachweis über ein gesperrtes Bankkonto belegt. Der Wert des Bankkontos für das Anerkennungsvisum (16D) wurde gemäß den letzten Änderungen auf 13.104 Euro festgelegt, zuzüglich der Bankgebühren und der Kosten für die Überweisung, was summiert im Durchschnitt 13.300 Euro ergibt. Ärzte können diese Kosten umgehen, indem sie eine persönliche Bürgschaft von einer in Deutschland ansässigen Person erhalten, ein Stipendium einer deutschen Bildungseinrichtung erhalten oder einen Arbeitsvertrag in Deutschland (unter sehr speziellen Bedingungen) abschließen.
Sprachkurs erforderlich
Die deutsche Botschaft verlangt von Ärzten, die ins Land reisen möchten, außerdem einen Nachweis für die Anmeldung an einem Sprachkurs in einem anerkannten deutschen Sprachzentrum sowie für die Zahlung der Kursgebühren. Die Gebühren variieren je nach Botschaft, betragen aber schätzungsweise um die 70 – 90 Euro. Es kommen auch zusätzliche Reisekosten hinzu, falls der Arzt in ein Nachbarland reisen muss, um die Sprachprüfung abzulegen oder die Botschaft zu besuchen. Diese Kosten beinhalten Transport-, Unterkunftskosten sowie Gebühren für Visa.
Nachweis der Krankenversicherung
Außerdem ist es erforderlich, einen Nachweis über eine angemessene Krankenversicherung vorzulegen, zusammen mit einem Nachweis über die Bezahlung der Versicherung für einen vorgeschriebenen Zeitraum. Dies ist eine Voraussetzung, damit das Visum auf dem Reisepass ausgestellt wird (unterschiedlich je nach Botschaft und Visumstyp).
Finanziellen Puffer für die Reise einplanen
Nachdem die vorherigen Schritte abgeschlossen sind und das Visum erhalten wurde, kommen die endgültigen Kosten für die Reise nach Deutschland hinzu, einschließlich Flugkosten, Transport vom Flughafen zum Hotel oder zur Unterkunft, sowie von der Unterkunft zum Ausländerbüro oder zu anderen staatlichen Behörden. Es können auch Hotelkosten anfallen, bis der Reisende eine geeignete Unterkunft gefunden hat. Darüber hinaus entstehen während der Anfangszeit, in der das Sperrkonto noch nicht aktiviert ist, Kosten für die erste Mietzahlung, Nebenkosten (Strom, Gas und Internet) und Lebenshaltungskosten.
Nach der Aktivierung des Sperrkontos erhält der Arzt eine monatliche Zahlung, die je nach Kontowert, der wirtschaftlichen Lage in Deutschland und der Inflationsrate variiert. Diese monatliche Zahlung beträgt gemäß den letzten Änderungen 1.092 Euro, was für den Alltag ausreichend ist und bei guter Haushaltsführung auch ermöglicht, einen Teil anzusparen.
Abschließend sei darauf hingewiesen, dass ein Arzt mit einem Anerkennungsvisum 16D oder einem Sprachvisum 16F in Deutschland in Teilzeit arbeiten kann, das heißt bis zu 20 Stunden pro Woche. Dies entspricht den neuesten Änderungen, die im März 2024 verabschiedet wurden. Der Stundenlohn beträgt mindestens 12,50 Euro.